Leipzig ohne Hepatitis: Neues Gesundheitsprojekt feiert Auftakt beim Leipziger Tag der Lebergesundheit
Mit dem Projekt „Leipzig ohne Hepatitis“ (LeoH) startet in Leipzig eine neue Initiative, die die Früherkennung, Prävention und Versorgung von Menschen mit viralen Hepatitiden verbessern soll. Ziel des Projekts ist es, bestehende Versorgungslücken zu schließen, Menschen früher zu erreichen und langfristig einen Beitrag zur Eindämmung von Hepatitis B und C in der Region zu leisten.
Seinen öffentlichen Auftakt feierte LeoH am 22. Mai 2026 im Rahmen des Leipziger Tags der Lebergesundheit im Neuen Rathaus. Die Veranstaltung brachte Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Politik zusammen, um über aktuelle Herausforderungen der Lebergesundheit und neue Lösungsansätze zu diskutieren.
Warum LeoH jetzt startet
Lebererkrankungen gehören zu den großen, oft unterschätzten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Besonders Hepatitis B und C bleiben häufig über viele Jahre unbemerkt, da sie zunächst kaum Beschwerden verursachen. Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose daher erst dann, wenn bereits schwerwiegende Leberschäden entstanden sind.
Dabei haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Viele Formen von Hepatitis sind heute gut behandelbar, Hepatitis C kann in vielen Fällen sogar geheilt werden. Die größte Herausforderung besteht deshalb häufig nicht in der Therapie selbst, sondern darin, betroffene Menschen rechtzeitig zu erreichen.
Gleichzeitig droht Deutschland die Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung von Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 zu verfehlen. Expertinnen und Experten sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf, insbesondere bei Aufklärung, Testangeboten und dem Zugang zur medizinischen Versorgung.
Ein Netzwerk für bessere Versorgung
Genau hier setzt LeoH an.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Florian van Bömmel vom Universitätsklinikum Leipzig und Prof. Dr. Ingolf Schiefke vom Klinikum St. Georg verfolgt das Projekt das Ziel, die Versorgung von Menschen mit viralen Hepatitiden in Leipzig nachhaltig zu verbessern.
Gemeinsam arbeiten das Universitätsklinikum Leipzig, das Klinikum St. Georg und weitere Partner daran, bestehende Versorgungslücken zu schließen und die Wege zwischen Diagnostik, Beratung und Behandlung zu verkürzen. Gleichzeitig sollen Informations- und Testangebote ausgebaut sowie neue Zugänge zu Menschen geschaffen werden, die bislang nur schwer erreicht werden.
„Wir haben heute bei Erkrankungen wie Hepatitis C fast hundertprozentige Heilungschancen durch moderne Medikamente. Unser Nadelöhr ist nicht die medizinische Machbarkeit, sondern dass wir Betroffene zu spät oder gar nicht erreichen“, erklärte Prof. Dr. Florian van Bömmel im Rahmen der Veranstaltung.
Mit LeoH soll deshalb ein regionales Netzwerk entstehen, das Menschen schneller in die Versorgung bringt und gleichzeitig als Modell für andere Regionen dienen kann.
Leipziger Tag der Lebergesundheit als Auftakt
Der Leipziger Tag der Lebergesundheit bildete die erste öffentliche Bühne für das Projekt. Neben der Vorstellung von LeoH standen aktuelle Entwicklungen in der Hepatologie, Präventionsstrategien und die gesellschaftliche Bedeutung von Lebererkrankungen im Mittelpunkt.
Dr. Heinrich Rodemerk vom Universitätsklinikum Leipzig stellte das Projekt den Gästen erstmals öffentlich vor. Dabei erläuterte er die Ziele der Initiative und machte deutlich, welche Rolle regionale Netzwerke künftig bei der Früherkennung und Versorgung von Hepatitis spielen können.
Die Veranstaltung bot zugleich Raum für den Austausch zwischen Medizin, Wissenschaft und Politik. Dabei wurde mehrfach betont, dass Lebergesundheit nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung ist.
Gesundheit braucht Zugang und Chancengleichheit
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, wie Menschen besser erreicht werden können, die bisher nur eingeschränkt Zugang zu Gesundheitsangeboten haben.
Soziale Faktoren, Sprachbarrieren oder fehlende Informationen können dazu führen, dass Erkrankungen später erkannt und behandelt werden. Gleichzeitig erschwert die Stigmatisierung von Hepatitis vielen Betroffenen den Zugang zu Unterstützung und medizinischer Versorgung.
Deshalb setzt LeoH bewusst auf einen niedrigschwelligen und sektorübergreifenden Ansatz. Ziel ist es, Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation zu erreichen und Hürden beim Zugang zu Test-, Beratungs- und Behandlungsangeboten abzubauen.
Gemeinsam für ein Leipzig ohne Hepatitis
Mit LeoH entsteht in Leipzig ein Projekt, das medizinische Expertise, regionale Vernetzung und Prävention miteinander verbindet. Durch gezielte Aufklärung, niedrigschwellige Angebote und eine engere Zusammenarbeit verschiedener Akteure soll die Versorgung von Menschen mit Hepatitis nachhaltig verbessert werden.
Der Leipziger Tag der Lebergesundheit markierte dabei den Startpunkt eines langfristigen Vorhabens. Die Initiative verfolgt ein klares Ziel: Menschen früher erreichen, Erkrankungen früher erkennen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Hepatitis in Leipzig künftig immer seltener wird.
Kurz gesagt: für ein Leipzig ohne Hepatitis.
